Freitag, 31. August 2012

Erster vorsichtiger Ausblick

Heute Abend war ich zur Abendmesse in einer kleinen Kölner Vorortgemeinde. Knapp 20 Messbesucher, aber immerhin vier Messdiener. Von einigen Eigenheiten des Zelebranten sehe ich jetzt mal ab. "Sicut incensum" soll ja keine Meckerecke sein. Was ich mich allerdings frage: was macht ein Wasserglas hinter dem Buchpult auf dem Altar?

Im Evangelium gab es ja heute bereits einen ersten vorsichtigen Ausblick auf den Advent - das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen. Im Tagesevangelium bei domradio.de sagt der Paderborner Weihbischof Matthias König, der Evangelist stelle uns für Augen, "wie wichtig es für den Gläubigen ist, sich ihm ständig entgegenzustrecken und seine Ankunft ständig zu erwarten."

Dann wage ich auch den ersten Ausblick, die berühmteste Vertonung des entsprechenden Chorals sowie Regers Choralfantasie dazu.



R.I.P. Carlo Maria Kardinal Martini

Der emeritierte Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Kardinal Martini, ist heute an den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung verstorben. Das berichten mehrere Medien und auch durch die Blogoezese hat es natürlich schon die Runde gemacht. Gerade ob seiner oftmals liberalen Positionen galt er im letzten Konklave als "papabile" ebenso wie seine Nachfolger Dionigi Kardinal Tettamanzi und Angelo Kardinal Scola. Was man auch immer von seinen Positionen gehalten haben mag, so gilt für ihn auch die Treue zum Heiligen Vater. Im päpstlichen Beiboot kann man von der letzten Begegnung zwischen Martini und Benedikt XVI. beim Weltfamilientreffen in Mailand lesen: "Hinterher sagte Kardinal Martini, der vom Hl. Vater mit den Worten :"Eminenz, auch ich bin mit dem Stock gekommen" begrüßt worden war , "ich habe ihn ermutigt das schwere Kreuz in diesen schwierigen Zeiten zu tragen und fand ihn angegriffen. Ich bin glücklich, ihn getroffen zu haben. Er hat mir sehr für die brüderliche Nähe in diesen schweren Stunden gedankt. Ich fahre fort, für ihn und die Kirche zu beten."

Carlo Maria Kardinal Martini wurde 85 Jahre alt und konnte noch im Juli sein diamantenes Priesterjubiläum feiern. Seine Titelkirche war übrigens Santa Cecilia in Trastevere, in der die Hl. Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik begraben liegt. Möge er im Frieden ruhen!

So is' Recht!


Trost in der Nacht

Ich setze noch einen drauf heute Nacht. Nach dem "In dieser Nacht" gibt es jetzt auch noch meinen Lieblings-Psalm, Psalm 23, der mich schon in Kinder- und Jugendtagen fasziniert hat. Auch hier gilt, tröstlicher geht es kaum. Der Herr wird schon für die Menschen sorgen und es gut fügen und richten, in dieser Gewissheit zu leben erleichtert viel und ist ja doch kein Freifahrtschein.

Wie gern spiele ich das passende Lied, wenn ich Dienst bei einer Beerdigung habe.
"Dazu ist wunderbar ein Tisch mir immerdar von dir, o Herr, bereitet, der mir die Kräfte schenkt, wann mich der Feind bedrängt, und mich zum Siege leitet. (...) Herr, deine Gütigkeit wird durch des Lebens Zeit mich immer treu begleiten, dass ich im Hause dein fest möge wohnhaft sein, zu ewiglichen Zeiten."

John Rutter fasziniert mich schon seit einigen Monaten mit seiner Art zu komponieren und biblische Texte zu arrangieren. Auch seine Vertonung des 23. Psalms greift das Thema hervorragend auf. Und damit gute Nacht!


Was eine Auslosung

Da blieb mir fast der Mund offen stehen. Was für eine Auslosung für den BVB in der Champions League. Der deutsche Meister trifft auf den niederländischen Meister Ajax Amsterdam, den englischen Meister Manchester City und den spanischen Meister Real Madrid - eine härtere Auslosung hätte es echt nicht geben können (vielleicht wenn aus Ajax Amsterdam der italienische Meister Juventus Turin geworden wäre).

Jetzt gehen die Borussen als krasser Außenseiter in diese Spiele, das Weiterkommen ist auf dem Papier ja so gut wie ausgeschlossen. Und doch freue ich mich sehr auf sechs beeindruckende Partien. Und wer weiß, was mit Kampfgeist und mannschaftlicher Geschlossenheit gerade in den Heimspielen geht. Es juckt mich ja fast schon in den Fingern. Eigentlich wäre das doch mal einen Besuch im Stadion wert, wenn man irgendwie eine Karte bekommen könnte.

Wo sind die Chamaden hin?

Ich hatte es schon angekündigt. Am Dienstag fand das letzte Konzert in der Reihe der Orgelfeierstunden im Kölner Dom 2012 statt. Voller Vorfreude hatte ich mich auf den Weg gemacht und komme ähnlich enttäuscht zurück, wie auch Stanislaus über das Konzert schon berichtet hat. Schade!

Sechs Uraufführungen von insgesamt 17 für die Hochdruck-Chamaden, die 2006 im Westen der Kathedrale aufgehängt wurden, komponierten Werken, standen auf dem Programm. Ergänzt wurde das Programm durch vier Ruhepunkte, Lückenfüller oder wie man sie auch sonst nennen mag.

Los ging es direkt mit Uraufführung Nummer eins. Der Interpret des Abends, Domorganist Prof. Winfried Bönig hatte eine "Batalla" komponiert. Die Frage des Abends: bin ich so taub oder waren die Chamaden wirklich nicht dabei? Warum spiele ich Uraufführungen, die bestimmten Registern gewidmet sind und benutze sie dann nicht? Das Stück an sich war - wie zu erwarten - eine kleine "Schlacht" zwischen den verschiedenen Orgelwerken, ein munterer Aufgalopp in den Abend, nicht mehr und nicht weniger. Erster Kontrapunkt sollte dann Lefebure-Welys "Pastoralszene für eine Orgelweihe oder Mitternachtsmesse" sein. Ins Programm gekommen auf besonderen Wunsch des Dompropstes Norbert Feldhoff, kann man doch das ihm gewidmete Register "Tonitrus Campi Aulae" (Ton Feldhoffs) einsetzen - ein Donnerregister. Insgesamt ein Stück, was mich in einer Mitternachtsmesse sehr langweilen würde, der Donner bot leider auch keine große Überraschung. Sollte der Abend eine große Enttäuschung werden?

Zwei weitere Uraufführungen direkt hinterher. Zuerst "Contrastes - en souvenir des Orgues du Kölner Dom" von Daniel Roth. Eine Fantasie, die als Dialog zwischen den Orgelwerken gut auf der umfangreichen Orgelanlange im Dom darzustellen war. Aber auch hier die Frage des Abends: und die Chamaden? "Cha-made in Austria" von Peter Planyavsky gab auch eine Antwort auf die Fragen und das Stück an sich, riss mich auch nicht vom imaginären Hocker. Im derart überfüllten Dom war nur an Stehen zu denken.

Vollmundig angekündigt war Stück Nummer fünf des Abends: "Die Toccata des russischen Komponisten Youri Boutzko lebt von ständigen Tonwiederholungen und wechselnden Rhythmen. Das Stück steuert in mehreren Anläufen auf einen Ausbruch des Hauptthemas in voller Lautstärke hin, um dann leise und wie erschöpft auszuklingen." Vielleicht war ich nur schon bereits zu sehr enttäuscht vom Konzert, dass ich mich gar nicht so richtig auf das Stück konzentrieren konnte, aber im Nachhinein hatte ich auch nicht das Gefühl, dass ich es unbedingt hätte hören müssen.

Endlich - das Highlight des Abends und das mit Chamaden. Da waren sie endlich. Christopher Tamblings "Festival March" - Uraufführung Nummer vier des Abends. Ein grandioser Marsch mit Fanfarenstößen aus dem Westen und dann einem relativ breit registrierten Plenum. Orgelmusik wie ich sie liebe. Zwei ruhige Stücke aus den "24 Pièces en style libre" von Louis Vierne - "Scherzetto" und "Berceuse" - bildeten nun die Pausen zum Durchatmen zwischen den Uraufführungen. Zwei wirklich schöne kleine Stücke, die Prof. Bönig gekonnt zu Gehör bringen wusste. Hälfte zwei war der lohnende Teil des Konzerts!

Franz Lehrndorfers "Fanfare" war wohl die klassischte der Uraufführungen, die sich sehr am Vorbild englischer Trompetenstücke inspirierte und sicher den traditionelleren unter den Gästen im Dom gut gefallen hat. Ein schönes Stück, dass es lohnt anzuhören, aber nicht das Highlight des Abends. Davon gab es dann noch ein zweites. Harold Brittons "Fanfare March", die letzte Uraufführung, war ein echter Hinhörer, das vielleicht filigranst komponierte Stück, dass obendrein mit den verschiedenen Werken der Orgel exzellent dargestellt werden konnte. Ein eingängiges Thema präsentiert durch die Westwerk-Chamaden, dass sich dann durch das ganze Stück durchzog. Ein würdiger und versöhnlicher Abschluss.

Zwei Zugaben gab es. Ein ganz ruhiges, mir unbekanntes Stück und schließlich die Toccata aus Widors 5. Symphonie - mit Chamaden.

Die Frage des Abends bleibt bestehen: warum gab es bei den ersten drei Stücken nicht DAS Register des Abends. Meine Enttäuschung wäre sicher noch kleiner geworden, wobei der zweite Teil des Konzertes doch deutlich entschädigt hat.

Philosophie zur Nacht

Wie schön ist es, einen richtig guten Freund zu haben? Unbezahlbar. Und dabei fällt es oft doch so schwer, sich einem Freund zu öffnen, Probleme oder Sorgen etc. zu teilen. Am Ende hilft es doch immer und der Blick in die Zukunft wird leichter, Entscheidungen, die getroffen werden müssen, fallen leichter, wenn sie von einem Freund mitgetragen werden.

Leider wagt man - den Verfasser eingeschlossen - solche Gespräche zu selten, dabei dürfte in aller Regel am Ende gelten: wäre es nicht gut, wenn jeder mindestens einen Freund hätte, über den er sagen könnte: "Jeder sollte einen XY (Name einsetzen) oder eine XY haben!"?

Denn wie sagte schon Epikur von Samos: "Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft, keinen größeren Reichtum, keine größere Freude."

In dieser Nacht

Schon einmal hatte ich eine Verbindung von der Nummer des Blog-Eintrags zur entsprechenden Gotteslob-Nummer hergestellt. Weil es gerade so schön passt, heute noch einmal. Dies ist Eintrag Nr. 703. Gotteslob aufschlagen: "In dieser Nacht sei Du mir Schirm und Wacht".

Womöglich DAS Abendlied im Gotteslob.
1. In dieser Nacht sei du mir Schirm und Wacht; o Gott, durch deine Macht wollst mich bewahren vor Sünd und Leid, vor Satans List und Neid. Hilf mir im letzten Streit, in Todsgefahren. 
2. O Jesu mein, die heilgen Wunden dein mir sollen Ruhstatt sein für meine Seele. In dieser Ruh schließ mir die Augen zu; den Leib und alles Gut ich dir befehle.  
3. O große Frau, Maria, auf mich schau; mein Herz ich dir vertrau in meinem Schlafen. Auch schütze mich, Sankt Josef, väterlich. Schutzengel, streit für mich mit deinen Waffen. 

Ich finde den Text ungemein tröstlich. Sich vor der Nacht in die Hände Gottes zu geben und darauf zu vertrauen, dass er auch in der Nacht gut acht geben wird und mich bewahren wird, ist doch ein herrliches Gefühl. Die große Liebesbekundung an den Herrn unterstreicht noch einmal die Worte der ersten Strophe. Strophe drei setzt dann aber doch noch einmal die Krone auf, für mich zumindest. Das Anrufen der "großen Frau", die im Schlaf auf das "Herz" aufpassen möge, die Bitte um den väterlichen Schutz des hl. Josef und schließlich noch des Schutzengels / der Schutzengel.

So kann die Nacht kommen. Gut aufpassen bitte - auch heute Nacht!

Mittwoch, 29. August 2012

Erneut: mögen die Spiele beginnen!

Heute Abend werden die paralympischen Sommerspiele eröffnet. Wie immer die Hoffnung, dass es friedliche Spiele werden mögen und das mediale Interesse ähnlich groß, wie bei Olympia sein wird. Hören wird man dann auch die paralympische Hymne, die nicht so bekannt ist bisher.


Wertvolle Reliquie

Ich musste schon etwas stutzen, als ich den Bericht über den Diebstahl einer Blutreliquie von Johannes Paul II. las. Da stellt sich mir die Frage: wie wertvoll sind solche Reliquien eigentlich für die Kirche, wenn sie mit der Bahn im Rucksack transportiert werden?

Dienstag, 28. August 2012

Zum 700sten: Vorfreude

Die Vorfreude ist schon groß. Heute spielt der Kölner Domorganist das letzte Konzert im Rahmen der zwölf Orgelfeierstunden 2012 und auf dem Programm steht etwas ganz Besonderes.

Als 2006 das Hochdruckwerk im Westen der Kathedrale errichtet wurde, bat Prof. Bönig zahlreiche bekannte Organisten und Komponisten um Werke für die "Tuba episcopalis" und die "Tuba capitularis" (700mm Wassersäule). Dabei sind eine ganze Reihe Werke entstanden, einige wurden auch schon zu Gehör gebracht. Heute Abend stehen dann noch einmal sechs Uraufführungen auf dem Programm. Ich bin sehr gespannt und werde im Anschluss auch berichten.

Auf den Seiten der Kölner Dommusik wird das Werk so beschrieben:
"Das Hochdruckwerk im Westen stammt aus dem Jahr 2006 und ist in Deutschland in dieser Form einzigartig. Nach englischem Vorbild gebaut besitzt das Westwerk zwei Register, deren Pfeifen mit enorm hohem Luftdruck gespielt werden und dadurch einen durchdringenden und fanfarenartigen Charakter erhalten. Die „tuba episcopalis“ wird beim Einzug des Erzbischof zum Gottesdienst gespielt – der Einzug der Domherren zur Hl.Messe wird dagegen von der „tuba capitularis“ begleitet."

Einen kleinen, aber wirklich auch nur kleinen Eindruck kann man in diesem Video bekommen. Beim Nachspiel werden die Register eingesetzt. Live ist die Wirkung aber um einiges bombastischer. Ich habe mal direkt darunter gestanden und war im ersten Moment erschrocken, als die Fanfaren "los gingen".

Sonntag, 26. August 2012

Abendsegen


Damit heute besonders allen Kranken eine gute Besserug und sonst eine gute Nacht!

Engel und Himmel

"Wer aus allen Himmeln fällt, bringt den Engeln Erleichterung."
(Altes Sprichwort)

Heute vor 40 Jahren


Unterordnung und Liebe

An diesem 21. Sonntag im Jahreskreis (B) sah die Leseordnung ja erneut die häufig umstrittene Lesung aus dem Epheserbrief vor, an dessen Textstelle, der Unterordnung der Frau unter den Mann sich sehr häufig Diskussionen entzünden.

Ich habe mich gefragt, was würden wohl die (häufig weiblichen) Kritiker sagen, wenn der Organist als Antwortgesang GL 294 "Was Gott tut, das ist wohlgetan" spielen würde?

"Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille, wie er fängt seine Sachen an, will ich ihm halten stille..."

Samstag, 25. August 2012

Liturgie hautnah: Vorabendmesse am 21. Sonntag im Jahreskreis

Lange keinen Liedplan mehr gepostet, heute ist es wieder soweit. Gerade hatte ich die Vorabendmesse in einer Gemeinde im Bistum Münster zu beorgeln. Eine Lesung, kein Psalm, alles gesprochen - für die Voraussetzung. 900er Nummer natürlich Münsteraner Eigenteil

Eingangslied: GL 270, 1-3 (Kommt herbei, singt dem Herrn)
Gloria: GL 979 (Gott, dir sei Ehre in der Höh)
n. d. Lesung: GL 261, 1+3 (Den Herren will ich loben), danach GL 530, 4
Credo: GL 467 (Wir glauben an den einen Gott)
Gabenbereitung: GL 950, 1+5 (Jauchzt alle Lande, Gott zu Ehren)
Sanctus: GL 988
Agnus Dei: GL 997, 7+8 (Strophen von Deinem Heiland, deinem Lehrer)
während der Kommunion: GL 493 (Lob sei dem Herrn)
Danklied: GL 304, 1+3 (Zieh an die Macht)
Schlusslied: GL 703, 1-3 (In dieser Nacht)

Freitag, 24. August 2012

Herzhaft gelacht

hab ich gerade bei Juergen und "Da quod iubes et iube quod vis!". Seine "Putzdiensthymne" hat  heute einfach genau meinen Humorkern des Abends getroffen:

"Wer unter'm Schutz des Höchsten steht
mit Besen den Altarraum fegt,
wer in die Hand die Kneife nimmt
und damit Docht an Kerzen trimmt
der putzt geschwind und sauber rein
mit Feudel, Lappen groß und klein
Altar und Ambo, Bank und Tisch
mit Zitrusduft gar klar und frisch."


Herrlich!

Ist Frank krank?

In der Regel - Stanislaus weiß ein Lied davon zu singen - spart Joachim Frank in Berliner Zeitung oder Kölner Stadt-Anzeiger oder weiteren angeschlossenen Blätter der Dumont-Gruppe ja kaum einmal mit Kritik an der Kirche. Jetzt ist anlässlich des ersten Jahrestages seiner Einführung als Berliner Erzbischof erneut ein großes Interview mit reportage-artigem Intro erschienen, für dass sich Joachim Frank und Julia Haak verantwortlich zeichnen. Prädikat: äußerst lesenswert. Zwischendurch hab ich mich schon gefragt: ist Joachim Frank krank geworden? Sehr zurückhaltend der Ton, geradezu symphatisch wird Kardinal Woelki beschrieben. Das passt zu Woelki, aber bisher selten zu Frank.

Peter Winnemöller hat auf seinem Blog schon eine umfassende Abhandlung geschrieben und ist insbesondere auf Woelkis Statement zum Internet-Lehramt eingegangen. Ich greife mal einzelne der Woelkischen Aussagen auf. Er wird gefragt nach der scheinbaren Vielzahl von Frauen in Berlin: seine Büroleiterin, die neue Caritasdirektorin auch die Büroleitung für die Kontakte mit der Politik ist weiblich besetzt:
"Uns wird ja oft vorgeworfen, eine reine Männerkirche zu sein. Wenn wir – was, so glaube ich, auch gar nicht anders geht - daran festhalten, das Priesteramt nur Männern vorzubehalten, müssen wir andererseits den Frauen in der Kirche verstärkt Verantwortung übertragen und es ihnen so ermöglichen, sich an führenden Stellen einzubringen. Wir dürfen Leitung und Entscheidung in der Kirche nicht auf das geistliche Amt verengen, sondern müssen in unseren Strukturen deutlich machen, dass in der Kirche Männer und Frauen gemeinsam leben und wirken."

Direkt folgt die Nachfrage nach einer "Methode Woelki" - die reine katholische Lehre unangetastet zu lassen, gleichzeitig aber unterhalb der Dogmatik deutliche Zeichen zu setzten. Antwort Woelki:
"Das ist doch keine eigene Methode, vorhandene Spielräume zu nutzen! Vielleicht fehlt uns manchmal nur der Mut dazu. Ich bin zum Beispiel schon etwas erschrocken, wenn unsere katholischen Verbände immer so vehement für die Rechte der Frau eintreten, auf ihren Führungsebenen aber dann im Wesentlichen auch nur Männer anzutreffen sind."

Es geht noch um viele andere Themen, soziale Armut, natürlich seine Haltung zur Homosexualität, der "Opus Dei", staatlicher Religionsunterricht usw. Spannend fand ich auch noch die Aussagen Woelkis zur Struktur der Pfarrei und zur Bedeutung der sonntäglichen Eucharistiefeier. Das ist wirklich ermutigend.
"Wir müssen die Zahl der Priester ja immer auch ins Verhältnis zur Zahl der Gläubigen setzen. Da waren vergangene Zeiten nicht unbedingt besser dran als unsere. Was den „Gläubigenmangel“ angeht, versuche ich, Mut zu machen. Ich weiß, dass die Situation nicht einfach ist, doch wenn wir Christen selbst an uns zweifeln, werden wir andere kaum für unsere Sache begeistern. Vielmehr droht die Glaubensflamme dann bei noch größerem Gegenwind auszugehen. Also: Nur Mut! Oder, wie Christus sagt: „Fürchtet euch nicht!“ (...)
Ich habe darüber, wie gesagt, ja schon in meiner Promotion viel nachgedacht. Die Sonntagsmesse ist als Quelle, Mitte und Höhepunkt unseres Gemeindelebens entscheidend und unverzichtbar. Gut möglich, dass die Teilnahme den Katholiken in Zukunft größere Anstrengungen und längere Wege abverlangt. Aber das halte ich für zumutbar. Zumal umso sichtbarer wird, wie wichtig und kostbar uns die Eucharistie tatsächlich ist. (...)
Keine andere Gottesdienstform kann an die Stelle der sonntäglichen Eucharistie treten. Dafür brauche ich auch in Zukunft Priester. In Südamerika haben sich inzwischen „Pastoralzentren“ etabliert: keine klassischen Pfarreien, sehr stark durch die Hilfe von Laien getragen. Wir müssen schauen, wie uns solche Modelle inspirieren können und wie Laien als Bezugspersonen oder Ansprechpartner fungieren können."

Na endlich

Lance Armstrong gibt auf. Wie von vielen Stellen zu hören und zu lesen, kann man das wohl als Eingeständnis seiner Schuld werten. Na endlich Gerechtigkeit?

Meine Meinung zu den möglichen sportlichen Folgen hatte ich ja schon kundgetan. Es wäre eine Ironie der Sportgeschichte. Sehr wohlwollend habe ich aber zur Kenntnis genommen, dass sich der dann möglicherweise bald (übergangsweise) vierfache Toursieger Jan Ullrich mit Statements und Jubelarien zurückhält. Besser so!

Es scheint aber endlich auch ernst für Armstrong zu werden, der wohl nicht nur "Livestrong" sondern auch "Dopestrong" war.

Ich weiß nicht

... was ich davon halten soll, dass der norwegische Attentäter Breivik nun ins Gefängnis muss für 21 Jahre zzgl. Sicherheitsverwahrung und damit voll zurechnungsfähig ist. Das Urteil ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn ich das richtig verstanden habe, wäre er so oder so im gleichen Gebäude untergebracht worden, egal ob nun Gefängnisstrafe oder psychiatrische Unterbringung.

Auf der einen Seite ist das Urteil natürlich genau richtig. Der Attentäter ist voll schuldfähig, muss die volle Verantwortung für seine Taten übernehmen. Er wird wohl nie wieder in Freiheit sein. Der Prozess ist zu Ende, die Angehörigen der Opfer können zur Ruhe kommen. Es wid wohl keine Revision mehr geben, das Thema scheint juristisch abgeschlossen.

Auf der anderen Seite hat Breivik nun das Urtiel, das er wollte. Er hat quasi "gewonnen" gegen die Staatsanwaltschaft, die ihn für unzurchenungsfähig erklären lassen wollte. Er hat einen letzten großen Triumph erlebt, schließlich hatte er es ja förmlich auf ein Machtspielchen ankommen lassen mit der Staatsanwaltschaft. Seine Reaktion bei der Urteilsverkündung zeigt das auch. Aber hätte man ihm nicht aus moralischer Sicht diesen Triumph verwehren sollen?

Ich bin wirklich unsicher. Hauptsache ist jetzt, dass Breivik keine Gefahr mehr für Norwegen und die Menschen darstellt und die Angehörigen der Opfer endlich anfangen können, ihren Frieden zu finden.

Update: Wie ich gerade lese, wollte Breivik bei der Frage, ob er das Urteil anfechten wolle, zu einer erneuten Tirade ansetzen und die Bühne noch einmal nutzen. Das hat die Richterin verwehrt. Gut so!

Mission Titelverteidigung II

Am 5. August 2011, da startete die 49. Bundesliga-Saison. Damals habe ich mit dem Post "Mission Titelverteidigung" die neue Saison eingeläutet. Weil es so gut geklappt hat, auch dieses Jahr zum Start von Saison Nummer 50. Heute Abend, in knapp sieben Stunden rollt die Kugel wieder und meine Borussia spielt gegen Werder Bremen, um die ersten drei Punkte und um das Aufrechterhalten der Serie. Seit 28 Bundesliga-Spielen sind sie ungeschlagen. Acht Spiele fehlen noch bis zum ewigen, saisonübergreifenden Rekord von 36 Partien des Hamburger SV.

Vor einem Jahr hab ich geschrieben:
"Mit dem heutigen ersten von 306 Spielen startet eine Saison, dessen Ausgang ziemlich spannend werden dürfte. Die typische Ausgeglichenheit der Bundesliga wird sich sowohl im Kampf um die Meisterschaft als auch um die internationalen Ränge wie gegen den Abstieg zeigen.
Topfavorit auf den Titel sind aber wohl die Bayern aus München, die sich deutlich verstärkt haben. Ich hoffe meine Borussia wird wieder oben mitmischen können. Vielleicht nicht ganz oben, aber Richtung erneute Champions-League-Qualifikation sollte es schon gehen." 


Das unterschreibe ich auch heute genau so. Klar ist man nach zwei Meistertiteln plus Pokalsieg Mitfavorit, aber wenn am Ende die Champions League erreicht ist und dazu im Europapokal das eine oder andere Spiel gewonnen werden kann, dann war es eine tolle Saison für den BVB.

In diesem Sinne: Mögen die Spiele beginnen!

Zeit für Freitags-Philosophien

"Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das große vergeblich warten."
(Pearl S. Buck)

"Alles, worauf die Liebe wartet, ist die Gelegenheit."
(Miguel de Cervantes)

Vom Tage

Bartholomäus, sieh, wir preisen
frohlockend dich als Schutzpatron,
und huldigen in frommen Weisen
dir, der du strahlst auf hohem Thron.
Dich rühmt der Herr mit tiefem Wiesen
als einen Mann "ganz ohne Trug",
da warst du liebend hingerissen
und folgtest treulich seinem Zug.

Und als in der Apostel Runde
dein Herz war hell vom Licht bedacht,
da trugst du's von des Heilands Munde
hinaus in ferne Heidennacht.
Vor deiner Botschaft hellen Flammen
zerstob des Irrtums finst'rer Wahn,
der Hölle Blendwerk brach zusammen,
die Teufel floh'n dein heilig Nah'n.

Und dass der Sieg dem Licht verbleibe,
hast du's dem Meister nachgetan;
sie rissen dir die Haut vom Leibe,
du setzest gern dein Blut daran.
Nun bist du bei dem Herrn erhoben
und weilst verklärt an seinem Thron.
O zeig uns den Weg nach oben,
Bartholomäus, Schutzpatron.

Sei uns gegrüßt im Lichter Glanze,
Bartholomäus Schutzpatron!
Wie strahlst du schön in lichtem Kranze,
an deinem himmlisch hohen Thron!
O neig' dich huldvoll unserem Flehen,
stärk unser Herz mit deiner Macht
und gib, dass deines Geistes Wehen
in unserer Seele neu erwacht.

Donnerstag, 23. August 2012

Rad-Ausflugsziel heute


Mittwoch, 22. August 2012

Entscheiden ist schwer

Jetzt hab ich heute zum ersten Mal seit Monaten wieder den örtlichen Multimediahandel geentert und im CD-Regal ein bisschen zugelangt. Jetzt kann ich mich nur nicht entscheiden, was zuerst auf die Ohren kommt. Wer hat einen Tipp? Rutter? Pärt? Vaughan Williams?

Verspätet, aber mindestens genauso herzlich

Gratulation an alle Gewinner des "Schwester-Robusta-Preises 2012" für die Blogoezese. Am Ende hat der Sieger in der Kategorie "Qualität" auch insgesamt die meisten Medaillen gewonnen. Zurecht! Glückwunsch allen Gewinnern und Platzierten. Ich freue mich über ein paar Stimmen in der Kategorie "Mauerblümchen". Das überhaupt jemand da für mich abstimmt, hätte ich schon gar nicht gedacht. Danke! Aber ein besonderes Dankeschön, dem Vorbereiter, Organisator, Durchführer, Medaillenverleiher und und und, Alipius. Großes Kino dieser Preis. Eigentlich auch einen Sonderpreis wert. Ich nehme mal den von ihm in mühevoller Kleinarbeit hergestellten Medaillenspiegel hier mit hin, um zu zeigen, wie schön und bunt diese Blogoezese doch ist.


Heute vor einem Jahr


Ich bin zwar ein noch größerer Heinz Erhardt-Verehrer, aber Loriot war natürlich auch ganz vorne. Dieses Werk hier ist nicht ganz weit vorne in der Bekanntheit, wie zum Beispiel der Kosakenzipfel, das Jodeldiplom oder die Badewannenszene. Trotzdem eine meiner absoluten Favoriten. Heute vor einem Jahr ist er gestorben.

Miterlöserin

"Es ist sicher, daß Jesus Christus als alleiniger Gott und Mensch im vollen, eigentlichen und absoluten Sinn König ist; dennoch nimmt auch Maria an seiner königlichen Würde teil, obschon in einer begrenzten und analogen Weise, da sie die Mutter Christi ist, der Gott ist, und weil sie als Miterlöserin dem Werke des göttlichen Erlösers beigegeben ist in seinem Kampf gegen die Feinde und in seinem Triumph, den er über sie alle davontrug."
(Pius XII. in der Enzyklika Ad caeli reginam)

Zum heutigen Gedenktag "Maria Königin" moderne Vokalmusik:


Dienstag, 21. August 2012

Zitat des Abends

"Der Unterschied zwischen einem nahezu richtigen Wort und einem treffenden ist sehr groß - es ist der Unterschied zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz."
(Mark Twain)

Montag, 20. August 2012

Montags-Philosophie

"Die Sehnsucht ist die einzige ehrliche Eigenschaft des Menschen."
(Ernst Bloch)

"Sehnsucht kann Menschen nahezu grenzenlos manipulierbar machen."
(Cornelia Funke)

"Sehnsucht nach Liebe ist Liebe. Und siehe, du bist schon gerettet, wenn Du versuchst, der Liebe entgegenzuwandern."
(Antoine de Saint-Exupéry)

"Beten ist nicht bitten. Es ist ein Sehnen der Seele. Es ist das tägliche Eingeständnis der eigenen Schwachheit."
(Mahatma Gandhi)

Gute Reaktion

Ich finde, der Kölner Domdechant reagiert auf die einzig mögliche Weise auf die sinnlose Gottesdienststörung gestern im Kölner Dom.

Wie Wachs

... schmilzt man in diesen Tagen vor sich hin.Endlich Hochsommer! Irgendwie hat das auch zu einem größeren Sommerloch auf "Sicut incensum" geführt. Es gibt noch so einige Dinge, zu denen ich meinen Senf geben möchte, aber das dauert noch etwas. Es bleibt etwas ruhiger hier!

Bis dahin etwas Sommermusik:


Und noch ein persönliches Highlight dieser Wochen, das irgendwie auf Endlosschleife läuft.


Mittwoch, 15. August 2012

Welches Lied

... könnte besser zum heutigen Hochfest passen als dieses hier?

Wunderschön prächtige, hohe und mächtige,
liebreich holdselige himmlische Frau.
welcher ich ewiglich, kindlich verbinde mich,
ja, mich mit Leid und mit Seele vertrau!
Gut, Blut und Leben, will ich dir geben,
alles war immer ich hab’, was ich bin,
geb ich mit Freuden, Maria, dir hin.

Sonnenumglänzete, Sternenumkränzete,
Leuchte und Trost auf der nächtlichen Fahrt.
Vor dem verderblichen Makel der Sterblichen
hat dich die Allmacht des Vaters bewahrt.
Selige Pforte warst du dem Worte,
als es vom Throne der ewigen Macht,
Gnade und Rettung den Menschen gebracht.

Schuldlos geborene, einzig erkorene,
du Gottes Tochter und Mutter und Braut,
die aus der reinen Schar Reinste wie keine war,
die selbst der Herr sich zum Tempel gebaut.
Du Makellose, himmlische Rose,
Krone der Erde, der Himmlischen Zier,
Himmel und Erde, sie huldigen dir!

Und eine fantastische Begleitung von Wolfgang Seifen, besonders der Schluss von Strophe zwei:

 

Vom Tage


Dienstag, 14. August 2012

Welch herrliche Verbindung

vom heutigen Gedenktag des Hl. Märtyrers Maximilian Kolbe zum morgigen Hochfest:

"Schreiben Sie nichts, was nicht auch von der Jungfrau Maria unterschrieben werden könnte."
(Maximilian Kolbe)

Nacholympische Melancholie

Jeder, der mag, kann mich gern für verrückt erklären, doch in den ersten Tagen nach Olympischen Spielen, bei Sommerspielen ganz besonders, überkommt mich eine nacholympische Melancholie.

Wenn am letzten Wettkampftag, der bei diesen Spielen ja durch etliche Entscheidungen noch aufgewertet wurde, die letzten Medaillen vergeben werden, der Medaillenspiegel komplettiert wird und dann die ersten Ankündigungstrailer für die Schlußfeier gesendet werden, dann geht es mit der Melancholie eigentlich los.

So natürlich auch dieses Mal. Und was waren das für grandiose Spiele und für grandiose Feiern zu Beginn und am Ende? Nach den Spielen 2000 von Sydney dachte ich eigentlich eine Steigerung sei kaum möglich. Damals die Entzündung des Feuers im Wasser durch eine Nachfahrin der Ureinwohner: ein tolles Bild. Athen und Peking versuchten das noch zu toppen, wenn auch nur mit mäßigem Erfolg. Die Dachrunde von Peking war spektakulär, aber ohne Flair. Und was machen die Londoner? Sieben Nachwuchssportler, die 204 Schalen symbolisch für die teilnehmenden Länder in der Mitte der Athleten anzünden: kein minder tolles Bild als das von Sydney. Viele, viele weitere positive Erlebnisse kommen dazu. Über das Sportliche verliere ich jetzt einfach mal kein Wort, das ist ein ganz anderes Thema.

Dann die Schlussfeier, große Show, aber doch herzlich, nicht überzogen, nicht zu protzig und selbstdarstellerisch, in aller Größe doch irgendwo bescheiden. Ich bin wirklich begeistert.



Und nun sind die Spiele vorbei, die Athleten kehren zurück. Wenn man sich bewusst macht, dass viele von ihnen - gerade in den Sportarten, die nicht so im Mittelpunkt wie Leichtathletik oder Fußball stehen - vier Jahre auf den einen Tag, den einen Wettkampf hintrainiert haben und dann entweder das Ziel erreicht haben oder eine große Enttäuschung verkraften musste, dann wird einem erst so richtig die Bedeutung der Olympischen Spiele bewusst.

Die Jugend der Welt zu Gast in London bei den 30. Olympischen Sommerspielen der Neuzeit. Natürlich darf man Kommerzialisierung und Medienhype nicht vergessen, die olympische Idee ist aber immer noch lebendig und fasziniert ungemein. Friedliche Spiele, der Versammlung eben "der Jugend der Welt". Man kann halten von IOC und Co. was man will, aber die Spiele an sich, sind einfach eines der bedeutendsten Ereignisse der Welt.

Und deshalb ist jetzt auch mal Melancholie gestattet, finde ich!

Montag, 13. August 2012

Lied des Tages?


Samstag, 11. August 2012

Ganz persönlich heute

Alles Gute zum 60. Geburtstag!


Ein Auftrag zum Beten

Ich wiederhole mal mein Posting von vor einem Jahr.

Ein Auftrag zum Beten
Den haben die Klarissen am Paulusdom zu Münster. Und heute am Gedenktag der Hl. Klara von Assisi will ich mich mal den Schwestern vom Dom widmen, die mich in meiner Studienzeit an der WWU in Münster auch ein bisschen mitbegleitet haben.

Ich musste gestern schon an die Schwestern denken, als ich die Meldung las, dass eine US-Studie ergeben hat, dass man durch Beten genauso gut entspannen kann wie durch Joggen.

Seit 1973 haben die Schwestern, die direkt hinter dem Hochchor des Domes leben, den Auftrag am und im Dom das geistliche Leben mitzugestalten und zu beten. Wörtlich schrieb Bischof Tenhumberg: "Deshalb habe ich an der Domkirche zu Münster einen kontemplativen Konvent franziskanischer Spiritualität angesiedelt mit dem geistlichen Auftrag, für ein neues Pfingsten der Kirche zu beten wie die Jünger im Coenaculum (Apg 1,12-14). Durch ihre zeichenhafte Präsenz im Dom und ihr franziskanisch-kontemplatives Leben nach der Regel der hl. Klara in Armut, Gebet und Buße sollen die Schwestern den Gläubigen im Bistum Münster ein dauernder Anruf sein, sich wieder auf die Mitte des christlichen Glaubens und die geistlichen Fundamente eines Lebens in der Nachfolge Christi zu besinnen."

Ihrem Auftrag kommen die Schwestern seitdem treu nach. Seit kurzem gibt es auch eine eigene Homepage. Dort stellen die Schwestern ihre "Lebensbereiche" und "Lebenselemente" (Gemeinsacht, Armut, Gebet, Arbeit und Klausur).
Regelmäßig gestalten die Schwestern die Gottesdienste im Dom mit insbesondere durch Scholagesang. Ganz besonders präsent sind sie vielen Münsteranern, aber auch Gästen durch die tägliche Vesper um 17.15 im Westchor des Domes (jetzt natürlich gerade nicht), die ich zu Studienzeiten auch regelmäßig mitgefeiert habe. Insbesondere an den Tagen, an denen ein Domkapitular als Offiziant der Vesper vorstand und der Domorganist an der Orgel saß, bot der Gottesdienst einen hervorragenden Tagesimpuls und die Möglichkeit zur Besinnung im stressigen Uni-Alltag. Sehr schön fand ich immer, dass der Jahreszeit, aber auch dem jeweiligen Gedenk- oder Festtag angemessen, die Liturgie gestaltet war. Dafür mal an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
Übrigens: die Schwestern leben und essen ausschließlich von gespendeten Lebensmitteln. Auf einer Unterseite mit dem Titel "Klosterküche" werden regelmäßig die Gerichte mit Rezept und Bild vorgestellt (ich weiß allerdings nicht, wie aktuell das ist, obwohl "gestern", "heute", "letzte Woche" darüber steht). Selbst schreiben die Schwestern: "Not macht erfinderisch, sagt der Volksmund! Und wir Klarissen in Münster zaubern gerne etwas aus dem, was der Tisch des Herrn für uns bereitet. Es ist eine tägliche Überraschung was die gebrachten Spenden für Kreativität auslösen."

Freitag, 10. August 2012

Vernunft und Aufregung

"Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann die Ruhe verliert, wenn von ihm verlangt wird, dass es nach Vernunftgesetzen handeln soll." 
(Oscar Wilde)

Germanischer Realitätsverlust

Was war das denn für eine Nachricht heute bei Olympia? Innenministerium und DOSB hatten sich schon im Herbst 2008 mit den Verbänden der einzelnen Sportarten auf einen Medaillenplan geeinigt. 86 Medaillen, davon 28 goldene sollten es sein.

Liebe Sportpolitiker? Wie soll das denn gehen? Ein paar kurze Zahlen zum Ausmaß der Zahlen. Am drittletzen Wettkampftag der Spiele 2012 liegt Deutschland mit aktuell 41 Medaillen, davon 10x Gold. Nur die USA und China schaffen die 28 Goldmedaillen, wenn auch deutlich. Großbritannien hat es fast geschafft. Weitere Zahlen: Deutschland holt 2008 16x Gold, 2004 und 2000 13x, 1996 20x. 1992 hatte man die jetzige Vorgabe geschafft, bei den 33 Goldmedaillen spielte aber wohl auch noch eine Menge DDR-Überbleibsel mit rein? Wollen wir das?

Gänzlich utopische Aussichten, die die Politik dann macht. Zumal das Sportbudget ja auch "nicht gekürzt" wurde. Was will ich denn? Tolle Erfolge, dann muss ich heutzutage für mehr Förderung, bessere Trainingsbedinungen und bessere Bezahlung sorgen. Aber das geht wohl auch nicht, oder?

Spielt da nicht auch die leidige Debatte um Bildung mit hinein? Haben bei G8 in der Schule und Bologna-Prozess an der Uni die nächsten Generationen Leistungs- und Olympiasportler überhaupt noch Zeit und Kraft für Sport, für Musik, für Kultur?

Da müssen sich die Sportpolitiker mal überlegen, was sie wollen. Aber hehre germanische Selbstüberschätzung und Realitätsverlust macht es nicht besser. Das erhöht nur den ohnehin schon immensen Druck auf die Sportler.

Donnerstag, 9. August 2012

Der beste Papst, den wir in den letzten Jahrhunderten je hatten

Viel wurde in den letzten Tagen über den zum katholischen Glauben konvertierenden evangelischen Pfarrer Andreas Theurer berichtet. Theurer, mittlerweile in seiner Landeskirche des Amtes enthoben, will zum Allerheiligentag konvertieren und strebt dann auch an, Priester zu werden. Bemerkenswert war schon die Veröffentlichung seines Buches mit dem Titel: "Warum werden wir nicht katholisch?". Kath.net hat Andreas Theurer jetzt interviewt. Einige Highlights:

Über die Gründe seiner Konversion:
"Irgendwann kam ich dann zu dem Punkt, an dem mir klar wurde, dass es für mich keinen Grund mehr gibt, nicht katholisch zu werden und dann musste ich natürlich auch endlich einmal die Konsequenz ziehen. Ich trete also nicht aus Frust über die evangelische Kirche aus dieser aus, sondern mit voller Zustimmung in die katholische ein."

Zum Stand der Ökumene anhang seines Beispiels:
"Kein Verständnis habe ich allerdings dafür, dass man oft tatenlos zusieht, wie manche landeskirchlichen Amtsträger nahezu jeden Satz des Glaubensbekenntnisses leugnen, man aber nicht ertragen kann, dass ich, der ich mich zu allen gesamtchristlichen Glaubensbekenntnissen und zur ganzen Heiligen Schrift bekenne, Positionen vertrete, die zwar bis 1517 dem Glauben der ganzen Christenheit entsprachen, seither aber eben in manchen Punkten dem Protestantismus widersprechen. Das wirft m.E. auch ein bezeichnendes Licht auf manche wohlfeilen ökumenischen Verlautbarungen."
Gibt es also wohl ähnliche "Probleme" mit dem geistlichen Personal in der evangelischen Kirche? Und: Ökumene ist eben doch auch keine Einbahnstraße.

Über Benedikt XVI.:
"Aus meiner Sicht ist er der beste Papst, den die Kirche in den letzten Jahrhunderten je hatte, und ich hoffe, dass er uns noch sehr lange erhalten bleibt."

Weisheit des Abends


"Man muss immer etwas haben, worauf man sich freuen kann."
(Eduard Mörike)

Musik am Abend: Wie schön ist es doch?


Vom Tage

Heute vor 70 Jahren ermordet, die Hl. Edith Stein. Einige ihrer Zitate, die ungemein viel Weisheit beweisen und auch nahe gehen.

„Mit dir selbst hab Geduld - Gott hat sie auch.“

„Jede Frau, die in dem Licht der Ewigkeit lebt, kann ihre Berufung erfüllen, egal ob das die Ehe, eine religöse Berufung oder einen weltliche Berufung ist.“

„Man kann nicht von einem Häschen erwarten, dass es sich wie ein Löwe benehmen wird und umgekehrt.“

"Der Himmel nimmt einem nichts, ohne es unermeßlich zu vergelten."

"Der Nächste ist nicht der, den ich mag. Er ist ein jeder, der mir nahe kommt - ohne Ausnahme."

"Gott weiß, was er mit mir vorhat. Ich brauche mich darum nicht zu sorgen."

"Ich weiß, dass ich jemanden in meiner Nähe habe, dem ich rückhaltlos vertrauen kann, und das ist etwas, was Ruhe und Kraft gibt."

Beeindruckendes Konzert

Hier also der Bericht zu "Campingstuhlparty" äh Orgelfeierstunde Nr.9/52 vom Dienstag im Kölner Dom. Soviel vorab, ein grandioser Abend. An der Orgel saß Ruben Johannes Sturm, der noch sehr junge Domorganist des Rottenburger Doms (geboren 1979). Auf dem Programm standen Stücke aller Epochen bis hin zu eigenen Improvisationen, alles unter dem Thema "Muttergottes".

Los ging es mit der "Esquisse gothique Nr. 3" (für zwei Orgeln) von Jean Langlais, ein Stück, dass sich auf der zweigeteilten Orgelanlage glänzend präsentieren ließ. Sturm legte einen glänzenden Wechsel mit tollen Klangfarben zwischen Querhausorgel und Schwalbennest im Langhaus hin. Das war der richtige Auftakt.
Für alle, die das Stück nicht kennen, hier ein kleiner Eindruck:


Ein völliger Epochen- und Stilwechsel stand dann auf dem Programm, der sich aber als glänzender Kontrapunkt bewies. Gefühlvoll registriert, hat Sturm die gänzlich andere Zeit, in der Arnold Schlicks "Maria zart, von edler Art" entstand, zu Gehör gebracht. Das Stück stammt aus den 1512 in Mainz veröffentlichten "Tabulaturen etlicher lobgesang".

Keineswegs schwach, aber im Vergleich vielleicht das am wenigsten beeindruckendste Stück war dann die "Fuga sopra il Magnificat" von Johann Sebastian Bach, die wenig von der üblichen Bachschen Klarheit transportierte, was möglicherweise auch an der Registrierung lag.

Hingegen außerordentlich beeindruckend registriert war dann ein Stück, dass freilich den Kölner Domorgeln auf den Leib geschneidert scheint. Spätromantik klingt einfach genial hier. Sturm präsentierte das "Ave Maria" von Siegfried Karg-Elert aus: "Kathedralfenster, op. 106". Mein persönliches Highlight des Abends insbesondere durch die glänzenden und dann wieder zurückhaltenden, aber immer genial angepassten Registrierung.

Die "Variationen über den Tonus Peregrinus", den bekannten Magnificat-Ton von "Quarten-Hermann" Schroeder, wussten ebenso zu überzeugen, wenn auch immer noch das glänzende Stück davor in den Ohren nachklang. Schroeders Variationen, dass sich also der gleichen Tonfolge wie Bachs "Fuga sopra il Magnificat" widmete, konnten gleichsam aber wieder viele Klangfarben der Orgel vorstellen.

Ein letzter Ruhepunkt vor dem großen Finale war dann die "Nocturno" aus "Orgelmusik in 5 Sätzen, op. 39" von Arthur Piechler. Das eher unbekannte Stück des bayerischen Komponisten nimmt die gregorianische Melodie des "Salve Regina auf" und bot die letzte Gelegenheit, um durchzuatmen im Konzert.

Das große Finale bildeten dann vier "symphonische Skizzen über marianische Themen" - anders ausgedrückt grandiose Improvisationen des Künstlers. Eine strahlende, liebevoll mit den verschiedenen Zungen intonierte und sich über beide Orgelwerke verteilte Fanfare über "Gaudeamus omnes in Domino" eröffnete, gefolgt von einer flotten Esquisse über "Ave maris stella". Satz drei war eine Meditation über das "Ave Maria", die von derartiger Ruhe geprägt war, die Orgel durfte noch einmal kurz durchatmen, dass man ganz gedankenversunkene Menschen überall beobachten konnte. Ein Stück zum Träumen. Und dann aber das große Schlussstück, das Finale über das "Salve Regina", dass so mächtig daher kam (mit einem breiten cantus firmus im Pedal), dass man das Gefühl hatte, der Dom würde in den Grundfesten erschüttert. Unglaublich eindrucksvoll.

Nach minutenlangem Beifall und stehenden Ovationen setzte Sturm als Zugabe noch eine ruhige Improvisation über "In dieser Nacht sei du mir Schirm und Wacht" oben drauf.

Wer sich noch einen kleinen Eindruck von Ruben Sturms Können machen möchte, der kann das hier tun:



Ein Abend, der sich gelohnt hat! Fantastisch!

Mittwoch, 8. August 2012

Zitat des Tages II

Zweites brisantes Thema an diesem Mittwoch, daher zweites Zitat des Tages. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass das hier seit Woelki gilt:

"Ja, unsere Kirche hat im Katechismus der Weltkirche sehr deutlich gesagt, dass es keinerlei Diskriminierung von Homosexuellen geben darf, andererseits darf man nicht alles gleich stellen. Ehe ist etwas ganz Eigenes, eine Lebensform zwischen Männern und Frauen. Die Gesellschaft wäre schlecht beraten, wenn sie das egalisieren würde. Auf der anderen Seite, wenn sich Homopaare zusammenfinden in Liebe, in Treue, in Bereitschaft füreinander, dann muss das auch entsprechend rechtlich gewürdigt werden und wir müssen diskutieren, wie das aussieht. Im Detail kann ich das und will ich das gar nicht beurteilen."
(Weihbischof Jascke auf domradio.de)

Zitat des Tages

"Für das Ende des menschlichen Lebens gilt das gleiche wie für seinen Beginn: wir haben keine Verfügung darüber und dürfen sie uns auch nicht anmaßen – es sei denn um den Preis unserer menschlichen Würde. (...)
Das Christentum kannte im Mittelalter den Begriff einer „ars moriendi“, der „Kunst des guten Sterbens“, die immer auch eine Lebenskunst meinte: weil sie den Tod nicht verschwieg und verdrängte. Heute gehören zu einer solchen Lebenskunst auch fundierte Informationen über die Möglichkeiten der Medizin, Schmerzen auszuschalten und etwa trotz einer unheilbaren Erkrankung ein weitgehend selbstbestimmt es Leben zu führen. (...)
Hinzutreten muss eine Sterbebegleitung, die ihren Namen ernst nimmt: liebevolle Zuwendung, wenn der Lebensweg zu Ende geht, die persönliche Gelegenheit, bewusst Abschied zu nehmen, eine haltende Hand, wenn die Todesnähe ängstigt. Das erfordert Zeit, persönlichen Einsatz und Geduld – Dinge, die uns teuer erscheinen und tatsächlich wertvoll sind. Der Mensch soll an der Hand des Menschen sterben, nicht aber durch seine Hand."

Hl. Dominikus bitte für uns

Heiliger Lehrer, groß im Kreis der Großen,
betend zum Kern der Wahrheit vorgestoßen,
Mund für den Herrn, der einlädt, heimzukehren,
hilf, dass wir hören!

Menschen des Glaubens, die die Armut wählen
und geisterfüllt von Christi Kreuz erzählen,
müssen die Last der ganzen Kirche teilen,
um sie zu heilen.

Diener des Herrn, Dominikus, bekehre
uns von uns selbst zu Gott und seiner Ehre.
Mach uns dir gleich, geduldig, unverdrossen,
klug und entschlossen.

(Melodie: Gotteslob-Nr. 671: "Lobet den Herren")

Abstimmen, abstimmen!

Die "Robusta"-Wahl 2012 ist eröffnet. Alle bitte beim Herrn Alipius vorbeischauen und in den entsprechenden Kategorien das jeweils auszeichnungswürdigste Blog mit einer Stimme bedenken. Es gibt so viele interessante, lesenswerte, kuriose, witzige Blogs. Einfach mitmachen!

Dienstag, 7. August 2012

In dieser Nacht

Gerade als Zugabe in der 9. Orgelfeierstunde im Kölner Dom. Bericht folgt morgen.

In dieser Nacht sei du mir Schirm und Wacht; o Gott, durch deine Macht wollst mich bewahren vor Sünd und Leid, vor Satans List und Neid. Hilf mir im letzten Streit, in Todsgefahren.
O Jesu mein, die heilgen Wunden dein mir sollen Ruhstatt sein für meine Seele. In dieser Ruh schließ mir die Augen zu; den Leib und alles Gut ich dir befehle.
O große Frau, Maria, auf mich schau; mein Herz ich dir vertrau in meinem Schlafen. Auch schütze mich, Sankt Josef väterlich. Schutzengel, streit für mich mit deinen Waffen.

Freundschaft am Dienstag

Inspiriert durch folgendes Sport-Zitat aus der Mongolei bezüglich der olympischen Spiele: "Der Sieger hat viele Freunde, der Besiegte gute Freunde." hier einige Zitate zur Freundschaft:

"Der einzige Weg, Freunde zu haben, ist der, selbst ein solcher zu sein."
(Ralph Waldo Emerson)

"Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen."
(Francois de la Rochefoucauld)

"Aber mit wem soll ich reden? Mit Freunden? Mit diesen redte ich freilich am liebsten. Ich dürfte ihnen nur ein halbes Wort sagen, so verstünden sie mich."
(Friedrich Gottlieb Klopstock)

"Ein wahrer Freund trägt mehr zu unserem Glück bei als tausend Feinde zu unserem Unglück."
(Marie von Ebner-Eschenbach)


Es tut gut, gute Freunde zu haben!

Der Beweis

Es gibt doch Topsprinter in Deutschland, man muss sie nur finden!


Montag, 6. August 2012

Vom Tage


Sonntag, 5. August 2012

Liturgie hautnah: Trauung am Samstag

Da hatte ich mal wieder die Gelegenheit zu einem Dienst bei einer Trauung. Es geht natürich los mit Sonderwünschen des Paares. "Also wir hätten gern ta-ta-ta-tam zum Einmarsch (sic!)." Aha, Brautchor also. "Ach ja und zum Ausmarsch (sic!), ja wie heißt das, wir hätten gerne DAS andere, was man immer so spielt". "Ja, was denn?" "Weiß ich nicht, mein Verlobter weiß das." Es stellte sich raus es sollte Mendelssohns Hochzeitsmarsch sein. "Und was ist mit Liedern?" "Wir haben keine Wünsche, die sucht der Pastor aus." Ahja, okay!

Tag der Trauung: "Spielen Sie was Festliches zum Einzug und dann Lobe, den Herren, zwei Strophen. Kyrie singe ich, bitte ohne Begleitung. Zum Gloria bitte: Nun lobet Gott im hohen Thron, zwei Strophen. Nach der Lesung bitte So nimm denn meine Hände..." Au weia. Es gab keine Liederzettel, ich habs also a capella spielen dieses evangelische Beerdigungslied. "Nach der Predigt bitte "als Credo" Großer Gott, wir loben dich und nach den Fürbitten vier Strohen Nun danket all." Zum Schluss sollte es dann noch "Unser Leben sei ein Fest" sein.

Den Rest kann man sich wohl denken. Seit wann gibt es "Credo" im Wortgottesdienst? Ach egal, ich spar mir den Kommentar. Müßig zu erwähnen, dass es natürlich eine 10-Minuten-Geschichten-Predigt gab und nach dem  Tagesgebet die Lesung eingeleitet wurde mit den Worten: "Ach übrigens, ich will mich noch kurz vorstellen, damit sie wissen, wer ich bin. Ich bin Pfarrer XY, ich war Pfarrer in da und dann kam ich dort hin und jetzt helf ich hier. Jetzt hören wir die Lesung."

So will ich nie im Leben heiraten, niemals, niemals, niemals!

Warum wundern

mich diese Bilder eigentlich nicht?

Freitag, 3. August 2012

Freitagsphilosophie

"Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, 
haftet etwas Melancholisches an, 
denn wir lassen einen Teil von uns selbst zurück. 
Wir müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können."
(Anatole France)

Mehr Sex für Pfarrer

Es ging ja schon etwas rund bei den Bloggern. Stanislaus hat schon gleich zweimal geäußert zum „erotischen Gottesdienst“. Zahlreiche Medien, zum Beispiel die Welt berichten darüber. Ist vielfach schon zitiert, daher nur Auszüge.

„Ein Wiesbadener Pfarrer hält an diesem Sonntag einen "erotischen Gottesdienst" und will dabei auch auf drastische Worte wie "ficken" und "poppen" nicht verzichten. (…)
Bei dem Gottesdienst sollen rote Rosenblätter von der Empore regnen und ein erotisches Bild an die Wand projiziert werden, wie der Pfarrer ankündigte. Das Bild könne ein "sexuelles Kribbeln" auslösen. Den Gottesdienst sollen Jugendliche erst ab 16 Jahren besuchen, da er in der Predigt auch "vulgäre Begriffe" verwende, sagte Schmidt. Solchen Begriffen werde er positive Worte zur Sexualität gegenüberstellen. Ziel müsse sein, eine wertschätzende Sprache zur Sexualität zu finden. (…)
Erfolgreich ist der Gottesdienst nach den Worten von Schmidt, wenn die Besucher anschließend sagen: "Ich gehe jetzt wohlig warm nach Hause. Ich habe etwas gespürt von der Zärtlichkeit Gottes.“

Dieser durch und durch besondere Gottesdienst ist aber nicht der erste seiner Art. Bereits beim evangelischen Kirchentag 2007 in Köln gegeben. Motto des Kirchentages damals: „Lebendig und kräftig und schärfer“. Dazu wird berichtet. Man kann schon einiges herauslesen vermutlich, wie es dann in Mainz sein wird. Vieles klingt überraschend ähnlich:

„Eine Tänzerin im hautfarbenen Body räkelt sich mitten in der Kirche vor dem Altar, schlängelt sich über den Boden und dreht sich in ein herunterhängendes Tuch ein. Eine gotteslästerliche Provokation, eine Verhöhnung des Christentums? Nein, nur ein weiterer Programmpunkt des Evangelischen Kirchentages. Die über 600 Jahre alte Kartäuserkirche in der Kölner Südstadt ist Schauplatz eines "erotischen Gottesdienstes". (…)
Über dem Eingang steht: "Herzlich willkommen im Weinberg der Liebe." Der Gang zwischen den Bänken ist mit rotem Samt ausgelegt, von der Empore rieseln Wein-und Rosenblätter auf die Gemeinde herab. Ein Mann tritt ans Mikrofon: "Dies ist ein erotischer Gottesdienst. Können Sie ein klein wenig zusammenrücken?" Unsicheres Kichern. Saxofonmusik zum Auftakt, erste Tanzdarbietung. "Gut, dass uns Kardinal Meisner nicht sieht", flüstert jemand. Der Pfarrer tritt auf: schwarzer Talar, nackte Füße. (…)
Er erzählt von seinem Hausarzt, der ihn einmal mit der Frage überraschte: "Beten Sie regelmäßig mit Ihrer Frau und haben Sie regelmäßig Verkehr?" Verlegen habe er daraufhin etwas von den Pflichten eines christlichen Ehemanns gemurmelt, doch später sei ihm die tiefere Bedeutung der Frage bewusst geworden: "Beides -Spiritualität und Erotik -lebt von der Übung." (…) Beuschers Fazit: "Vielleicht sollten wir Pfarrer öfter mit unserer Liebsten ins Bett gehen. Amen."
Nun sind die Gläubigen gefragt: Sie sollen sich an einem Salbungsritual beteiligen, dem Sitznachbarn Stirn und Hände massieren. Manch einer ist mit einem Mal sehr in sein Liedblatt vertieft. Aber einige trauen sich, und zwei, drei jüngere Paare wagen sogar eine Umarmung und ein paar Küsse. Die Stimmung lockert sich. "So müssten alle Gottesdienste sein", seufzt Birgit Krüger (59) aus der Nähe von Hamburg, und die Bayerin Gertrud Schirmer (72) meint: "Die Salbung fand ich am schönsten." Dann sprechen alle noch das Vaterunser, und Pfarrer Beuscher ermahnt die Gemeinde mit den Worten: "Lobt Gott mit euren Körpern, mit eurer Lust und Zärtlichkeit." An der Stärke des Beifalls gemessen, ist man voll guter Vorsätze.“


Da fällt mir nichts mehr zu ein. Die Texte sagen glaube ich mehr als genug!

Historischer Tag

Große Freude über die Bronze-Medaille von Dimitrij Ovtcharov. Für Timo Boll hatte es ja leider nicht gereicht, jetzt hat Ovtcharov diesen Riesenerfolg erzielt. Super Sache!


Donnerstag, 2. August 2012

Ein bisschen Wehmut

überkommt mich. Die "tollen Tage" des Libori-Triduums sind vorbei und es war wieder sehr sehr schön. Ein paar subjektive, verkürzte Eindrücke:

Die Vesper am Samstag ist so besonders. Mein absolutes Highlight in diesem Jahr das Libori-Lied mit Tonartwechsel. Der Vertretungs-Domorganist Sebastian Freitag hat wirklich eine große Leistung gezeigt. Vielleicht bleibt er ja in Paderborn, wenn er mit dem Studium fertig ist? Eine zweite Kostprobe seines Könnens konnten alle Besucher der Vorabendmesse erleben, als er eine phänomenale Liboritusch-Improvisation hinlegte und die Orgeln so richtig ausspielte.

Sehr gut gefallen - wie schon im letzten Jahr - hat mir auch die sehr refektierte und hörenswerte Predigt von Bischof Le Saux beim Pontifikalamt am Libori-Montag. Viel besser als noch letztes Jahr lief auch die "Zähmung" der Frauen vor dem kfd-Pontifikalamt um 11 Uhr. Mit Leinen abgesperrt war kein Durchkommen, um Handtücher in die ersten Bänke zu legen. Mit dem Nachspiel brachen dann aber alle Dämme. Nicht toll, aber immerhin.

Und natürlich die Beisetzung. Etwas fürs Herz. Jedes Jahr schön. Libori 2012 - wieder ein wichtiger Teil des Sommers.

Hier noch mal die Beisetzung zum Nachschauen:


Mittwoch, 1. August 2012

Zum Fest des Hl. Alfons von Liguori

Das bekannteste italienische Weihnachtslied, dass auf ihn zurückgeht.