Donnerstag, 5. Juli 2012

Liturgie hautnah: Ferienanfangsgottesdienst

Am Wochenende hatte ich die angenehme Aufgabe, draußen auf der Wiese mit dem Keyboard den Ferienanfangsgottesdienst zu begleiten. Eine reine Katastrophe. Wegfliegende Noten, stümpferhafte Verstärkung, ein unkonzentrieter Musiker (Selbstkritik muss sein) und vieles mehr.

Meine persönlichen Highlights:
1.Die Kyrierufe, die enorm viel von "Bußakt" und/oder den Herrn begrüßen hatten:
"Guter Gott, endlich sind die langen Wochen des Lernens, der Hausaufgaben und Tests vorbei. Jetzt sind Ferien. Herr, erbarme dich.
Unsere Eltern und Lehrer haben uns im vergangenen Schuljahr wieder viel Interessantes gezeigt und uns unterstützt, wenn wir ihre Hilfe brauchten. Christ, erbarme dich.
Nach einem langen Jahr voll Arbeit, Stress und Hektik könen wir jetzt ein paar Wochen entspannen und wieder Kraft für den Alltag tanken. Herr, erbarme dich."

2. Die Predigt, in der uns der Pfarrer erzählte, warum die teure Boutiquen auf den Nordseeinseln Filialen haben, weil die Männer nämlich mehr Zeit haben und mit den Frauen shoppen gehen. Und das die Kirchen zum Bersten gefüllt waren und auch die Beichtstühle, weil die Menschen mehr Zeit haben.

3. Zwischen Predigt und Fürbitten war noch eine "Befragung der Kinder zum Thema Ferien" vorgesehen. Was passiert da? "Liebe Kinder, was kann man alles machen in den Ferien?" Zettel an eine Pinnwand und fertig. Dreimal die gute Vorbereitung dabei loben, wie toll man mitgedacht hat und schon Zettel für Radfahren etc. vorbereitet hat und bei allen anderen die zeichnende Mutter, die schnell noch weitere Zettel produziert hat loben. Katechetischer Effekt: 0!

Ach, es war ja so schön.... Schöne Ferien!

Kommentare:

  1. Guter Gott, weil unsere Kyrierufe wie eine Realsatire klingen: Herr, erbarme dich.

    Was bin ich froh, daß ich mich mit solchen Liturgieevents nicht mehr herumschlagen und das ganze auch noch "zum Klingen bringen" muß ...

    NB: Wobei der Ruf "Herr, erbarme dich" bei manchen Eltern auf die Feststellung "Jetzt sind Ferien" womöglich von Herzen gekommen sein mag ...

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    1. Dem habe ich überhaupt nichts hinzuzufügen!

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