Sonntag, 11. September 2011

Guter Start für Jauch

Vor einer halben Stunde ging die erste Sendung des neuen Sonntags-Politik-Talkmasters Günther Jauch zu Ende und ich finde er hat sich gut geschlagen, wenn auch noch Verbeserungsbedarf da ist.

Zunächst mal eine tolle Kulisse in diesem Gasometer mit dem die Reichstagskuppel nachahmenden Zelt im Innenraum, wenn auch das Studio selbst etwas weitläufig aufgeteilt ist.

Aber nun zur Sendung, die mit einer netten Titelmelodie beginnt (stark an das "Anne Will"- Thema erinnernd, aber etwas weicher -> gibt das schon erste Rückschlüsse? :-)): die eingeladenen Gäste zum Thema des Tages, den Anschlägen des 11. September 2001 und deren Folgen boten ein breites Spektrum aus Politik, Medien, Sport und Gesellschaft, sicher nicht ganz so politisch wie wir es von den Damen Will und Christiansen gewöhnt waren, könnte aber auch am Thema gelegen haben.

Sehr gut gefallen haben mir die kleinen Einspieler zwischendurch, insbesondere dieses 60 Sekunden-Format als Erklärstück zum Afghanistan-Einsatz, ebenso der vorgeschaltete Einzeltalk mit der Überlebenden des WTC-Anschlags. Die Runde danach bestehend aus Peter Struck, Mathias Döpfner, Elke Heidenreich, Jürgen Klinsmann und Jürgen Todenhöfer war nicht sehr konfrontativ ausgetragen, könnte wiederum aber auch themenbedingt sein. Insgesamt aber hat der Moderator gewohnt souverän die Situation im Griff behalten, sich was ich sehr gut fand, auch in die Diskussion mit süffisanten (in der typischen Jauch-Schärfe) Bemerkungen eingemischt, beispielsweise zur Situation der SPD. Zwischendurch gabs aber auch für ihn ein paar heiklere Situationen, als es um Zitatungenauigkeiten ging und er sich auch verbessern lassen musste. Das wird sich aber mit Sicherheit legen. Um nicht endgültig als Korinthenzähler abgestempelt zu werden und in Anbetracht meiner eigenen Unzulänglichkeiten verzichte ich auf den Insertfehler bei der Übergabe zu den Tagesthemen hinzuweisen. Sowas passiert halt.

Quelle: www.guenther-jauch.de

Einiges kann sicher noch besser werden, beispielsweise hat mich das Gespräch mit der Mutter eines in Afghanistan getöteten Soldaten ein bisschen an "Stern-TV" erinnert, aber auch das - wie so vieles - könnte an Tag und Thema gelegen haben. Grundsätzlich finde ich das Konzept gut, bin gespannt wie sich die Sendung entwickelt und bin ebenso sicher, dass sich Günther Jauch auch auf diesem Parkett souverän verkaufen und gut schlagen wird. Also, ein guter Start für den neuen Chef-Talker der ARD.

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